Paleo Ernährung

Warum ist PALEO-Steinzeitnahrung gesund?

3. April 2016 Allgemein Keine Kommentare

Die PALEO-Ernährung oder Steinzeitnahrung ist als eine sehr gesunde Ernährung bekannt. Doch warum eigentlich?

PALEO-Ernährung bedeutet:

Man isst sehr viel Gemüse, Salate, Wurzeln, Beeren, ab und zu Nüsse, sowie Fisch, Eier und Fleisch (bevorzugt vom Wild). Industriell verarbeitete Nahrungsmittel und Fertigprodukte gehören natürlich nicht auf den PALEO-Speiseplan, weil man in der Steinzeit auch nicht in den Supermarkt ging.
Man kocht selbst, am besten immer frisch und achtet auf einen grossen Rohkostanteil. Auch Hülsenfrüchte, Getreide und Milchprodukte werden gemieden, da in der Steinzeit noch keine Feldfrüchte angebaut wurden und man auch keine Kühe hielt geschweige denn molk.

Low carb, high fat scheint gefährlich zu sein!

Jetzt soll die PALEO-Steinzeitnahrung plötzlich schädlich sein, oder überhaupt gefährlich, zumindest laut den Wissenschaftlern der University of Melbourne im Februar 2016. In ihrem Bericht im Fachmagazin Nutrition and Diabetes schrieben sie, dass es in ihrer Studie nach eine low carb, high fat Ernährung (wenige Kohlenhydrate, viele Fette) in nur acht Wochen zu einer schnellen Gewichtszunahme kam und sogar gesundheitliche Komplikationen auftraten. Daher sollte man unbedingt sogenannte Modediäten meiden, zu denen es nur wenig oder gar keine wissenschaftliche Grundlagen gäbe.
Das ist erstaunlich, da schon allein die Datenbank Pubmed über 150 Studienergebnisse zur PALEO-Ernährung ausspuckt, darunter etliche, die der Steinzeitnahrung eine Gewichtsabnahme und gesundheitliche Verbesserungen bescheinigen und zwar direkt beim Menschen, während die vorliegende australische Studie nur an Mäusen durchgeführt wurde.

Macht die PALEO-Ernährung dick?
Studienleiter und Präsident der australischen Diabetesgesellschaft Soft Andrikopoulos sagt sogar: „Diese Art der Ernährung ist nicht empfehlenswert, besonders nicht für Menschen, die schon übergewichtig sind oder einen hauptsächlich sitzenden Lebensstil praktizieren.“ Für Menschen, die an Diabetes oder einer Diabetesvorstufe leiden, sei eine low carb, high fat Ernährung regelrecht riskant. Man solle sehr vorsichtig sein mit Modediäten und immer professionellen Rat einholen, wenn es um das Gewichtsmanagement gehe. (Man beachte, dass hier die STEINZEITNAHRUNG-PALEO als MODE Diät bezeichnet wird 😉 Anm. ZDG-Redaktion).

Ist die PALEO-Ernährung für Diabetiker geeignet?
Die australische Studie wollte zeigen, ob sich eine low carb, high fat Ernährung (LCHF) für Menschen mit Diabetes-Vorstufe eignen und deren Blutwerte verbessern könnte. Dazu nahm man zwei Gruppen übergewichtiger Mäuse (keine Menschen) mit Diabetes-Vorstufe (Prä-Diabetes). Eine Gruppe erhielt die besagte low fat, high carb Ernährung (60 Prozent Fett, 20 Prozent Kohlenhydrate), die anderen Mäuse nahmen eine fettarme Ernährung mit nur 3 Prozent Fett und entsprechend höherem Kohlenhydratgehalt zu sich.

Nach 8 Wochen ist die LCHF-Mäuse-Gruppe deutlich dicker geworden. Sie hatten 15 Prozent ihres Gewichts zugenommen. Darüber hinaus hatte sich ihr Körperfettanteil verdoppelt, ihr Insulinspiegel ist gestiegen und auch die Insulinrestistenz hatte sich verstärkt. Also schlussfolgerten die Forscher, dass die PALEO Ernährung schädlich sei. Was für eine absurde Farce.
Bei einer Person mit beispielsweise 100 Kg würde dies zu einer enormen Gewichtszunahme von 15 Kg entsprechen so Professor Andrikopoulos. Diese Gewichtszunahme aber würde den Blutdruck erhöhen, das Risiko für Angstzustände und Depressionen erhöhen sowie Knochenprobleme und Arthritis verursachen.

Was ist der Unterschied zur PALEO-Ernährung
Wieso bringen die australischen Forscher ihre Studie überhaupt mit der PALEO-Ernährung in Verbindung? Denn wie ganz oben erklärt, besteht die PALEO-Ernährung ja nicht darin, die Kohlenhydrate mit aller Kraft zu reduzieren und statt dessen möglichst viel Fett zu essen. In erster Linie, sollten in der PALEO Steinzeitnahrung raffinierte Kohlenhydrate gemieden werden. Hier haben die Wissenschaftler möglicherweise etwas verwechselt, oder schlampig gearbeitet. Oder wurde die Studie gar von der Lebensmittel Lobby in Auftrag gegeben und bezahlt?

Es gibt zwar die low carb, high fat Diäten, wie z. B. die Atkins Diät (die jedoch noch weniger Kohlenhydrate liefert) die diesen Vorgaben entsprechen, doch muss es sich dabei nicht um die PALEO-Ernährungsformen handeln. Die PALEO-Ernährung kann nämlich genauso gut höhere Kohlenhydratmengen enthalten, z. B. wenn man die Ernährung der Kitavi, einem urzeitlich lebenden Stamm aus Papua-Neuguinea imitieren möchte und daher tropische Früchte in den Speisezettel integriert.

Bei der echten Steinzeitnahrung geht es darum, hochwertige und unverarbeitete Lebensmittel zu verwenden, was beim Mäuseversuch nicht der Fall war. Man greift also nicht zu irgendeinem Industriefett, sondern wählt Fette aus, die es in der Steinzeit schon gegeben hat, wie z. B. Kokosnüsse, Nüsse, Ölsaaten und tierische Fette.
Ein sehr wichtiger Bestandteil der PALEO Steinzeitnahrung ist überdies das Gemüse (Wurzel und Blattgemüse), das bei der australischen Studie nicht einmal im Ansatz erwähnt wurde. Deshalb haben schon hunderte Studien bewiesen, dass die PALEO-Steinzeitnahrung, die Millionen von Jahre alt ist keine „Modediät“ ist und viele gesundheitliche Vorteile hat.

Ist die PALEO-Steinzeitnahrung besser als eine Diabetiker-Diät?
Im Oktober 2015 wurde ein Review im American Journal of Nutrition veröffentlicht. In dieser Studie wurde überprüft, inwieweit die PALEO-Ernährung die Risikofaktoren für chronische Krankheiten im Vergleich zu anderen Ernährungsrichtlinien beeinflussen kann. Dabei zeigte sich, dass die PALEO-Ernährung zu einem höherem Gewichtsverlust führt, zu besseren Blutfettwerten, einem besseren Blutdruckwert erzielt, sogar die Cholesterinwerte verbesswert und zu besseren Blutzuckerwerten führten als viele andere Ernährungsformen.

In einer italienischen Studie vom September 2015 fanden die beteiligten Forscher sogar herraus, dass die herkömmliche westliche Ernährung eine zentrale Rolle bei der Entstehung vieler chronischer Krankheiten spielt, wie z. B. Übergewicht, Diabetes, Herzkreislauferkrankungen, und der nicht alkoholischen Fettleber, die allesamt die Lebenserwartung reduzieren.
Diese ungesunde Ernährungsform kennzeichne sich durch eine hohe Kalorienzufuhr, einer hohen glykämischen Last, einer hohen Fett und Fleischzufuhr sowie einem hohen Fructosekonsum aus. Im Gegensatz dazu bildet die PALEO-Steinzeitnahrung die Basis, um das Risiko für die genannten Beschwerden zu reduzieren. Die PALEO-Steinzeitnahrung lindert die Insulinresistenz (erstes Merkmal von Diabetes), verbessere die Fettstoffwechselstörungen und senkt den Bluthochdruck.

Einen Monat vorher hatte die University of California in San Francisco Ergebnisse vorgelegt, die bestätigt, dass die PALEO-Steinzeitnahrung sogar dann, wenn sie nur kurzfristig für 2 Wochen umgesetzt wird, bei Diabetes bessere Wirkungen zeigte als die übliche bei Diabetes empfohlene Diät. Die PALEO-Steinzeitnahrung führt zu besseren Blutzuckerwerten und Blutfettspiegeln als die Diabetes-Diät, die u. a. nur fettarme Milchprodukte, Hülsenfrüchte und Vollkorngetreide enthielt.

Im Juli 2013 veröffentlichte auch das Nutrition Journal eine Studie, derzufolge eine PALEO-Steinzeitnahrung viel besser sättigt als die übliche Diabetiker-Diät und sich daher wesentlich besser zur Gewichtsabnahme eignet. Das war nur ein kleiner Ausschnitt der zur PALEO-Steinzeitnahrung vorhandenen Studien.

Es gibt nicht die Spur von Schäden durch die PALEO-Steinzeitnahrung.

Davon, dass die PALEO-Ernährung also schädlich oder gar gefährlich sein soll, ist weit und breit nichts zu finden. Dies gilt aber nur für den Fall, dass man auch weiss, wie die PALEO-Ernährung praktiziert wird, was auf die australischen Wissenschaftler offenbar nicht zutrifft. Deren Studie zeigt jedenfalls nichts anderes, als dass eine fettreiche Ernährung ungünstig ist, sicher umso mehr, je weniger man den persönlichen Energiebedarf berücksichtigt – was jedoch nichts Neues ist und mit der PALEO-Ernährung nichts zu tun hat.

Wenn Ihr mehr über die PALEO-Steinzeitnahrung wissen wollt, meldet Euch bei mir im Gesundheitszentrum Mittenwald & Tirol unter info@gz-tirol.com oder auch gerne telefonisch unter +43 664-92 30 136 oder unter +49 175 6290281

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